Vet-Seminar für Amtstierärztinnen und Amtstierärzte, praktische Tierärztinnen und Tierärzte, Studierende der Veterinärmedizin 

Tierschutzrecht und Hundetraining - Beurteilung von Trainingssituationen

Es gibt ein riesiges Angebot von Hundeschulen und Vereinen, in denen es um die Ausbildung von Hunden (oder des gesamten Hund-Halter-Gespanns) in den verschiedensten Sparten geht – angefangen von der sozialen Schulung junger Hunde über die Grunderziehung für alltägliche Belange bis hin zur Ausbildung von Spezialleistung oder der Korrektur von Problemverhalten.

Leider ist zu beklagen, dass die Umsetzung des Trainings und die Beratungsinhalte sehr häufig nicht dem Stand der Wissenschaft entsprechen und auch tierschutzrechtliche Vorgaben in teils eklatanter Art missachtet werden. Tierwohl einschränkende Maßnahmen, die sich auf die Haltung, Versorgung und das Training der Hunde beziehen, werden den Tierhalter:innen in diesen Fällen als „moderne und gleichzeitig einzig zielführende“ Wege vorgestellt und deren Umsetzung empfohlen. Die Krux hierbei ist, dass speziell für noch unerfahrene Tierhalter:innen oder Ersthundebesitzer:innen, ein fachgerechter Trainingsansatz häufig nicht auf Anhieb von einem fragwürdigen oder gar tierleiderzeugenden Vorgehen zu unterscheiden ist. Sie vertrauen den Ratschlägen oftmals blind – vielleicht in dem Glauben an professionelle Standards, die sie dem gesamten Berufsstand unterstellen und die durch rechtliche Vorgaben (speziell durch die Erlaubniserteilung nach § 11 8f TierSchG) theoretisch auch gesichert sein sollten.

Ungünstige Trainingsansätze sind im harmlosesten Fall der Grund für eine trainerische Stagnation und einen schlechten Gehorsamsstand. Leider ist die Tragweite in den meisten Fällen aber durchaus größer. Nicht selten wird chronischem Leid Tür und Tor geöffnet. Die Gründe hierfür können unterschiedlicher Natur sein.

Wenn beispielsweise sportlicher Ehrgeiz ein Beweggrund für das Training ist, wird bei schlechten Ergebnissen häufig der Druck auf das Tier erhöht, statt den Trainingsansatz zu hinterfragen. Hieraus ergeben sich für das Tier Belastungen körperlicher und psychischer Art, die nicht selten auch klinisch relevant sind bzw. im Verlauf der Zeit werden.

Tierschutzrechtlich noch brisanter ist es, wenn sich das Training auf die Korrektur von Problemverhalten bezieht. Denn in diesem Bereich hat man es von Anfang an mit schwierigen (i. d. R. körperlich und/oder psychisch „belasteten“) Tieren zu tun. Die Art, wie sie versorgt und trainiert werden, hat direkten Einfluss darauf, wie sie sich zukünftig verhalten werden. Denn Verhaltensreaktionen eines Hundes sind jeweils in direkter Art und Weise an seinen Zustand (d. h. sein Gesamtwohlbefinden) gekoppelt. Fehler im Trainings- bzw. „Therapie“-Ansatz schüren Leid auf Seiten des Hundes und führen nicht selten auch zu Gefahrensituationen.

Eckdaten

Datum: 24./25.08.2026

Uhrzeit: 9.00-17.00 Uhr

Veranstaltungsort: online

ATF-Anerkennung: 12 Stunden

FBS/BS-Anerkennung in Österreich und der Schweiz: 12 Stunden

Referentin: Celina del Amo, praktische Tierärztin, Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie Kleintiere


Download Programm



Programm der Veranstaltung

Montag, 24.08.2026

09.00-10.00 Uhr         Lernen – worum geht es im Training mit Hunden?

10.00-10.15 Uhr         Kaffeepause

10.15-11.15 Uhr         Hundeverhalten analysieren und einschätzen, Was muss ein/e Hundetrainer:in erkennen können?

11.15-11.30 Uhr         Kaffeepause

11.30-12.30 Uhr         Grundlagen der Lerntheorie, Wie soll das Training aufgebaut werden?, Einsatz von Verstärkern und Kopplungsreizen

12.30-13.30 Uhr         Mittagspause

13.30-14.30 Uhr         Potenz von Strafen, Tierschutzbezug, Wann macht der Strafeinsatz Sinn?

14.30-14.45 Uhr         Kaffeepause

14.45-15.45 Uhr         Umgang mit typischen Trainingshürden, Bedeutung von Selbstkontrolle, Stress- und Frustrationstoleranz

15.45-16.00 Uhr         Kaffeepause

16.00-17.00 Uhr         Kurskonzepte

Dienstag, 25.08.2026

09.00–10.00 Uhr         Trainingstechniken und Methoden, Was versteckt sich hinter welchem Ausdruck?, Wie wird argumentiert?

10.00-10.15 Uhr         Kaffeepause

10.15-11.15 Uhr         Einsatz von Hilfsmitteln im Training  

11.15-11.30 Uhr         Kaffeepause

11.30-12.30 Uhr         Hausaufgaben im Training und private Umsetzung von Trainingsanweisungen   

12.30-13.30 Uhr         Mittagspause

13.30-14.30 Uhr         Trainingsziel: Soziale Schulung (Schwerpunkt Welpen, Junghunde)

14.30-14.45 Uhr         Kaffeepause

14.45-15.45 Uhr         Trainingsziel: Aufbau von verlässlicher Leistung (Grundgehorsam und Spezialleistungen – für Hunde bis ins Seniorenalter)

15.45-16.00 Uhr         Kaffeepause

16.00-17.00 Uhr         Trainingsziel: Korrektur von Problemverhalten, Angst, Aggression, Erregungslage, Jagdverhalten




Hinweise zur Durchführung des Seminars

Gemäß den ATF-Richtlinien ist es für die Teilnahme an Live-online-Seminaren vorgesehen, dass die Kamera aller Teilnehmenden durchgehend angeschaltet ist. 

Ein Austausch ist durchgehend sowohl per Mikrofon als auch per Chat möglich. 

Die Zugangsdaten sowie einen Download-Link für das Skript versenden wir am 21. August.


Weitere Seminarangebote  

https://lupologic.shop.copecart.com/



Behavior is a function of its consequences.

You always get what you reinforce, not what you want. 

Make it worthwhile for the animal to play your game.

- Bob Bailey -

Veranstalter der Seminare
Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Lupologic 

Celina del Amo und Felicitas Behr 

Fesserstr. 21

41462 Neuss